"Ein Genie besteht zu einem Prozent aus Inspiration und zu 99% aus Transpiration."

Der Satz stammt von Thomas Edison und ist eines meiner Lieblingszitate aus dem Buch Design oder nicht sein von David Carlson.

Design oder nicht sein

Verfasst von Ulf Peters

Dieses kleine rote Buch liefert viele Argumente und neue Ansichten für und über gutes Design und Kreativität. So gut, dass ich die interessantesten Ausschnitte in einer losen Sammlung für Sie zusammenfassen möchte. Auch wenn es in dem Buch um das Design im Allgemeinen geht, lassen sich viele Ideen auf das Kommunikationsdesign für Marken und Unternehmen übertragen.

Kritiker mögen dieses Buch als platte Sammlung von Anekdoten und Motivationssprüchen sehen – ich steh' aber drauf, weil es ein inspiriendes Buch für Zwischendurch ist.

Konsum zersört – Design ist schuld daran

Carlson schreibt, dass übermäßiger Konsum uns und die Welt, in der wir leben, langsam aber sicher zerstört. Psychologisch, spirituell und moralisch. Design ist daran nicht unschuldig.

Menschen zweifeln inszwischen am Konsumzirkus. Einkaufen macht nur in gewissem Maße glücklich und der Kick lässt schnell wieder nach.

Wir müssen zurück in die Spur kommen und Mutter Erde wieder mit Respekt behandeln. Um damit anzufangen, sind radikale Lösungen und neue Strategien notwendig.

Es ist also Zeit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Was wir tun können und warum es sich lohnt, dazu kommen wir später.

Mach' es für Menschen

Bedeutung hat Vorrang

Unternehmen müssen wandlungsfähig sein und sich flexibel auf äußere Einflüsse anpassen können. Ein Corporate Design muss das ermöglichen. Es muss sich anpassen und verändern, aber darf dabei nicht die Wiedererkennung auf's Spiel setzen. 

Kommunikationsdesign ist visuelle Verbindung zwischen Menschen und Marken. Design dient dazu, Unternehmensstrategien zu visualisieren und den Menschen verständlich zu machen.

Was bringt es, wenn ein Kunde das Unternehmen nicht entdeckt, es nicht versteht und sich nicht dafür interessiert? Design schafft dann bleibende Werte, wenn es eine Beziehung aufbaut, emotional ist, Geschichten erzählt und eine persönliche, kulturelle Identität schafft.

Wenn wir Design entwickeln, müssen wir die Menschen verstehen, sie kennenlernen. Die menschliche Perspektive schaut über das "Objekt" hinaus.

Der Mensch kauft eine Bohrmaschine nicht, um zu bohren. Er möchte ein Bild aufhängen.
Das wichtige am Design ist, wie es Menschen anspricht.

Carlson schreibt über einen Bericht aus Schweden, der deutlich macht, dass 85% der Verbraucher mehr für ein Produkt eines Unternehmens bezahlen würden, das Verantwortung für seine Umgebung und die Mitmenschen übernimmt. (Siehe auch eine interessante Gfk-Umfrage)

Eine gute Marke ist wie ein guter Freund. Wir wollen mit jemandem zu tun haben, dem wir vertrauen. Jemand, der uns unterstützt, zuhört und immer da ist.

Wichtig ist nicht, woher wir die Ideen nehmen, sondern was wir damit anstellen.
— Jean Luc Goddard

Aus geschäftlicher Perspektive wird die Transaktionsökonomie zwischen Konsumenten und Marken mehr und mehr durch eine Beziehungsökonomie ersetzt.

Gern auch mal scheitern

Zwischen dem häufigen Ausprobieren neuer Dinge und häufigen Fehlern besteht ein enger Zusammenhang. Aber dann haben Sie Erfolg. Das nennt man Evolution.

Wichtig ist, dass man viele Dinge tut, um dabei hinzuzulernen. Je mehr man versucht, desto größer ist die Chance, dass etwas einzigartig Sinnvolles dabei entsteht (etwas, das kreative Veränderung schafft und sich verkaufen lässt).

 

Fazit:

Also bitte! Schämen Sie sich, wenn Sie hier her gescrollt haben, ohne etwas zu lesen ;-)
Aber für Sie fasse ich meine "Top-3-Takeways" gern noch einmal zusammen: 

  1. Überlegen Sie, für welche Zielgruppe Sie arbeiten und machen Sie das Design nur für sie. Auch wenn Ihre persönlichen Vorlieben dabei zu kurz kommen.
  2. Machen Sie Design einfach und lebendig, damit es sich leicht an neue Situationen anpassen kann.
  3. Seien Sie wachsam, erweiteren Sie Ihren Horizont und lassen Sie sich von Allem inspirieren.

Wenn dieser Artikel gefällt, freue ich mich über ein "Herz".


Verfasst von Ulf Peters.

Design oder nicht sein. Das kleine rote Buch des guten Designs.
Das Buch ist im Midas-Verlag erschienen.
ISBN: 978-3-907100-80-6

 

2017: Sechs Impulse für erfolgreiches B2B-Marketing

Lesedauer: 2 Minuten

1. Events

Um neue Produkte/Dienstleistungen vorzustellen, laden Sie potentielle Kunden zu kleinen Inhouse-Events ein. Eine ausgewogene Mischung aus kurzweiligen Vorträgen (PechaKuchas), leckerem Essen und ausgiebigem Networking sind dafür ideal. 
B2B lebt von persönlichen Beziehungen und Sie lernen Ihre Zielgruppe besser kennen.

Ein paar Tipps für gute Events:

  • Verzichten Sie auf viel Text und „PowerPoint-Karaoke“. Zeigen Sie eher unterhaltsame Kurzvorträge oder PechaKuchas
  • Leckere Snacks und gute Getränke sind wichtig (die Leute kommen oft nur deswegen).
  • Sammeln Sie während des Events E-Mail-Adressen und Kontaktinformationen Ihrer Teilnehmer.
  • Zeigen Sie Bewegtbild oder stellen Sie gut gestaltete Rollups/Displays auf.
  • Starten Sie Gewinnspiele oder themenbezogene, spielerische Interaktion, die Spaß machen.

2. Fall-Studien und Referenzen

Das Wichtigste im B2B-Marketing: Gute Referenzen und Case Studies. Oft sind Produkte und Dienstleistungen im B2B sehr erklärungsintensiv. Zeigen Sie deshalb Ihre spannend aufbereiteten Projekte. Das hilft Kunden, sich die Möglichkeiten besser vorzustellen. Am Besten sind kurze Filme der Cases, wie z. B. das Unternehmen selligent sie macht.

3. Integriertes Multi-Channel-Marketing

Ihr Marketing wird effizienter, wenn Sie auf mehreren Kanälen parallel werben. Anzeigen (online/offline), E-Mail, Social-Media. Hierbei ist wichtig, dass es integriert abläuft und Ihre Maßnahmen „eine einheitliche visuelle Sprache“ sprechen. 

4. „Mobile-First“ muss sein.

Die meisten B2B-Entscheider sind viel unterwegs und checken Links oder Angebote Ihrer Lieferanten auf dem Smartphone während kurzer Pausen. Am Bahnhof, im Flughafen, in einer Lobby oder im Taxi. Wenn Ihre Internetseite also nicht für Smartphones optimiert ist, klicken Entscheider schnell weg und kommen wahrscheinlich nie wieder.

5. Entwickeln Sie interessanten Content.

Relevanter Content wird im B2B immer wichtiger. Liefern Sie interessanten Inhalt für Ihre Zielgruppe und stellen Sie ihn in sozialen Medien, auf Ihrer Website oder im Newsletter zur Verfügung. Geben Sie Tipps und allgemeine Handlungshilfen. Google mag das und Ihre Kunden wissen das zu schätzen. 

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, merken Sie, dass es funktioniert.  

6. Ihr Kunde als Forschungsobjekt.

Die besten B2B-Unternehmen recherechieren und erforschen ihre Zielkunden bis ins kleinste Detail. Das Internet ist eine Goldmine für Informationen rund um Ihren Kunden. Geben Sie die Infos an Ihren Vertrieb, damit er sich besser auf den Kunden einstellen kann.



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ulf peters

Supertool: Kreativworkshops mit Ideaclouds

Wir haben einen Partner gefunden, der uns die Organisations- und Dokumentationsprozesse rund um die Superideenfindung erleichtert. Mit dem Online-Brainstorming-Tool IdeaClouds können mehrere Teilnehmer online zusammenarbeiten und gemeinsam Ideen entwickeln. Die Ergebnisse werden sofort per Knopfdruck dokumentiert (z.B. in Word, Excel oder PDF). IdeaClouds arbeitet mit professionellen Kreativitätstechniken und Bewertungsmethoden. Interessant für uns wird es, wenn der Kunde oder die Zielgruppe in diesen Prozess involviert wird.

Ihnen fehlt die richtige Idee?

Ideen für Marketingmaßnahmen lassen sich effektiv mit unserem Kreativworkshop entwickeln. Melden Sie sich mit Ihrem Thema bei uns und wir prüfen, ob sich daraus was machen lässt.

Mein Typo Day in Köln

von Philipp Kampling

 

Ich war am 30. September beim Typo Day in Köln, einer Designkonferenz mit Schwerpunkt auf Typografie. Die Themen der acht Vorträge reichten von der neuen Hausschrift der Automarke Bentley bis hin zur Layout-Reform der Süddeutschen Zeitung. Mit dabei waren unter anderem Erik Spiekermann (Designer und Schriftgestalter) und Jürgen Siebert (Gründer der Fachzeitschrift Page).

Schriften sind elementar für Marken

Es wurde viel über Schrift als identitätsstiftendes Merkmal für Marken und Unternehmen gesprochen. Anschauungsbeispiele dafür waren Fritz-Kola, Sony, Bosch und die Deutsche Bahn. Durch ein einheitliches Schriftbild wird konstant in die Kontinuität einer Marke einbezahlt. Das kann soweit gehen, dass allein eine Schriftart mit der Marke verbunden wird, ohne dass Name oder Logo zu sehen sind. Ein Zitat von Erik Spiekermann brachte es auf den Punkt: „Schriften sind die unsichtbaren Bausteine einer Marke.“

Don´t work for assholes

In einer Anekdote erzählte Spiekermann von einem Kunden, der ein Diät-Wasser auf den Markt bringen wollte. Diesen Auftrag lehnte er seinerzeit dankend ab und appellierte an das vorwiegend aus Gestaltern bestehende Auditorium: Don´t work for assholes. Don´t work with assholes.

Das Tofu-Zeichen

Sehr interessant war auch ein Ausflug in die Welt des Unicode, der internationale Standard für digitale Zeichen. Anfänglich nur aus Schriftzeichen bestehend sind dort mittlerweile auch Emojis hinterlegt. Einmal im Jahr entscheidet ein Konsortium der führenden digitalen Unternehmen (Apple, Google, SAP u.a.) über die Neuaufnahme weiterer Zeichen. Wenn ein System mal nicht auf dem neuesten Stand des Unicode ist, erscheint dort das sogenannte Tofu-Zeichen (meist ein Kasten mit einem Fragezeichen).

 

Insgesamt war es ein sehr inspirierender Tag in Köln, der meine persönliche Leidenschaft für Typografie weiter intensiviert hat. Bei Fragen zu diesem Thema melden Sie sich jederzeit gerne bei mir, denn Typografie schläft nie.


 

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Putzen, kochen, Drinks mixen

Ulf, woran arbeitest Du eigentlich gerade?

Ich arbeite an unserem eigenen Marketing. Ich möchte uns stärker als kreative Ideengeber für Marken positionieren. Je kreativer und mutiger eine Maßnahme oder eine Kampagne ist, desto viraler wirkt sie und mehr Menschen sprechen darüber.  

Ich vergleiche Kampagnen immer gern mit einer Party, zu der Sie Ihre Freunde einladen.
Wenn Ihre Wohnung durcheinander ist, muss erstmal klar Schiff gemacht werden. Sie putzen, kochen nach dem Geschmack Ihrer Gäste, mixen leckere Drinks und sagen den Nachbarn, dass es heute etwas lauter wird.

Eine Kampagne funktioniert also am Besten, wenn Ihr Unternehmen eindeutig und sauber aufgestellt ist, Sie Ihre Zielgruppe gut kennen und Ihre Mitbewerber im Auge haben.

Prost!

ADC Craft Workshop „Layout“ in Berlin

von Merle Prestin
 

Was zeichnet ein starkes Layout aus? Welche Möglichkeiten gibt es, dass ein Layout unverwechselbar wird und auch ohne Logo funktioniert?
Mit diesen Fragen habe ich mich unter anderem bei dem zweitägigen Layout-Workshop des Art Directors Club in der Agentur Ogilvy beschäftigt.

Johannes Krempl, Gründer und Kreationschef der Agentur glow, nahm uns zu Beginn mit auf eine spannende Reise durch 500 Millionen Jahre Layout: Von natürlichen Layouts, der Geschichte des Layouts, dem Sehvermögen verschiedener Lebewesen und was das alles für uns als Gestalter bedeutet.

Nach der Präsentation erfolgte ein Workshopteil, in dem wir unser neu erlangtes Wissen mit Schere, Kleber und einem Bild der Reihe „Kunst aufräumen“ in die Tat umsetzen konnten und anschließend Feedback von Johannes Krempl erhielten. 


„Die Zapfen und Stäbchen müssen ordentlich in Bewegung gebracht werden.“

 

Am Nachmittag folgte die nächste Präsentation von Raban Ruddigkeit, Art Director und Partner bei Brousse & Ruddigkeit. Anhand von Beispielen vieler großartiger Kampagnen zeigte er uns verschiedene Möglichkeiten (3.125) eine Idee umzusetzen, motivierte mutig zu sein und immer andere und neue Sachen auszuprobieren, denn „der einzige Weg, was zu bewegen, ist ein Risiko einzugehen“.

„Nach der Idee fängt die Party erst an.“
 

Nach diesen inspirierenden und lehrreichen Präsentationen wurden zum Ausklang noch ein paar Bierchen getrunken und sich untereinander ausgetauscht.


Meine Top-5-Tipps für gutes Design

  1. Das Logo macht man groß, wenn man sonst nichts zu erzählen hat.

  2. Fehler bewirken manchmal Wunder.

  3. Man ist unverwechselbar, wenn man schön die Regeln bricht.

  4. Der Rechner ist nur ein Werkzeug. Du arbeitest mit ihm und nicht er mit dir.

  5. Stecke so viel Liebe rein, wie nur geht. Man merkt's.


Der zweite Tag begann mit Lars Wohlnick, Creative Director bei VCCP. Er zeigte uns anhand eigener Arbeiten (z. B. für BMW Motorrad, Nike, Asics) sowie von Künstlern und Grafikern, die ihn inspirieren, wie vielfältig Typografie eingesetzt werden kann und appelierte zu experimentieren.

„Wir müssen den Leuten zeigen, was sie noch nie gesehen haben.“
 

Nach den drei Präsentationen, bei denen der Bildanteil deutlich überwog, folgte nun zum Schluss Anja Steinig, Geschäftsleitung und Creative Director bei Studio F, mit einer Präsentation, die nur aus Buchstaben bestand. Sie erklärte uns die wichtigsten Regeln des Schriftsatzes, was bei der Wahl der Schrift beachtet werden muss und wie Mengentext spannend gesetzt wird. 

Auch sie ermutigte, aus den Regeln auszubrechen.

„Alles mal machen, was man nicht darf, vielleicht sieht es ja gut aus.“
 

Nach der Theorie ging es an die Rechner. Unsere Aufgabe war es ein mitgebrachtes Projekt hinsichtlich des Gelernten zu verändern. Währenddessen ging Anja Steinig herum und sprach mit jedem über sein Projekt und gab Tipps.

Und so waren zwei spanndende Tage auch schon wieder vorbei. Ich freue mich, dass ich diese tolle Erfahrung machen konnte und bin voller Motivation, die gewonnenen Eindrücke bei meiner Arbeit umzusetzen – und dabei Regeln zu brechen.


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