Mein Typo Day in Köln

von Philipp Kampling

 

Ich war am 30. September beim Typo Day in Köln, einer Designkonferenz mit Schwerpunkt auf Typografie. Die Themen der acht Vorträge reichten von der neuen Hausschrift der Automarke Bentley bis hin zur Layout-Reform der Süddeutschen Zeitung. Mit dabei waren unter anderem Erik Spiekermann (Designer und Schriftgestalter) und Jürgen Siebert (Gründer der Fachzeitschrift Page).

Schriften sind elementar für Marken

Es wurde viel über Schrift als identitätsstiftendes Merkmal für Marken und Unternehmen gesprochen. Anschauungsbeispiele dafür waren Fritz-Kola, Sony, Bosch und die Deutsche Bahn. Durch ein einheitliches Schriftbild wird konstant in die Kontinuität einer Marke einbezahlt. Das kann soweit gehen, dass allein eine Schriftart mit der Marke verbunden wird, ohne dass Name oder Logo zu sehen sind. Ein Zitat von Erik Spiekermann brachte es auf den Punkt: „Schriften sind die unsichtbaren Bausteine einer Marke.“

Don´t work for assholes

In einer Anekdote erzählte Spiekermann von einem Kunden, der ein Diät-Wasser auf den Markt bringen wollte. Diesen Auftrag lehnte er seinerzeit dankend ab und appellierte an das vorwiegend aus Gestaltern bestehende Auditorium: Don´t work for assholes. Don´t work with assholes.

Das Tofu-Zeichen

Sehr interessant war auch ein Ausflug in die Welt des Unicode, der internationale Standard für digitale Zeichen. Anfänglich nur aus Schriftzeichen bestehend sind dort mittlerweile auch Emojis hinterlegt. Einmal im Jahr entscheidet ein Konsortium der führenden digitalen Unternehmen (Apple, Google, SAP u.a.) über die Neuaufnahme weiterer Zeichen. Wenn ein System mal nicht auf dem neuesten Stand des Unicode ist, erscheint dort das sogenannte Tofu-Zeichen (meist ein Kasten mit einem Fragezeichen).

 

Insgesamt war es ein sehr inspirierender Tag in Köln, der meine persönliche Leidenschaft für Typografie weiter intensiviert hat. Bei Fragen zu diesem Thema melden Sie sich jederzeit gerne bei mir, denn Typografie schläft nie.


 

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