ADC Craft Workshop „Layout“ in Berlin

von Merle Prestin
 

Was zeichnet ein starkes Layout aus? Welche Möglichkeiten gibt es, dass ein Layout unverwechselbar wird und auch ohne Logo funktioniert?
Mit diesen Fragen habe ich mich unter anderem bei dem zweitägigen Layout-Workshop des Art Directors Club in der Agentur Ogilvy beschäftigt.

Johannes Krempl, Gründer und Kreationschef der Agentur glow, nahm uns zu Beginn mit auf eine spannende Reise durch 500 Millionen Jahre Layout: Von natürlichen Layouts, der Geschichte des Layouts, dem Sehvermögen verschiedener Lebewesen und was das alles für uns als Gestalter bedeutet.

Nach der Präsentation erfolgte ein Workshopteil, in dem wir unser neu erlangtes Wissen mit Schere, Kleber und einem Bild der Reihe „Kunst aufräumen“ in die Tat umsetzen konnten und anschließend Feedback von Johannes Krempl erhielten. 


„Die Zapfen und Stäbchen müssen ordentlich in Bewegung gebracht werden.“

 

Am Nachmittag folgte die nächste Präsentation von Raban Ruddigkeit, Art Director und Partner bei Brousse & Ruddigkeit. Anhand von Beispielen vieler großartiger Kampagnen zeigte er uns verschiedene Möglichkeiten (3.125) eine Idee umzusetzen, motivierte mutig zu sein und immer andere und neue Sachen auszuprobieren, denn „der einzige Weg, was zu bewegen, ist ein Risiko einzugehen“.

„Nach der Idee fängt die Party erst an.“
 

Nach diesen inspirierenden und lehrreichen Präsentationen wurden zum Ausklang noch ein paar Bierchen getrunken und sich untereinander ausgetauscht.


Meine Top-5-Tipps für gutes Design

  1. Das Logo macht man groß, wenn man sonst nichts zu erzählen hat.

  2. Fehler bewirken manchmal Wunder.

  3. Man ist unverwechselbar, wenn man schön die Regeln bricht.

  4. Der Rechner ist nur ein Werkzeug. Du arbeitest mit ihm und nicht er mit dir.

  5. Stecke so viel Liebe rein, wie nur geht. Man merkt's.


Der zweite Tag begann mit Lars Wohlnick, Creative Director bei VCCP. Er zeigte uns anhand eigener Arbeiten (z. B. für BMW Motorrad, Nike, Asics) sowie von Künstlern und Grafikern, die ihn inspirieren, wie vielfältig Typografie eingesetzt werden kann und appelierte zu experimentieren.

„Wir müssen den Leuten zeigen, was sie noch nie gesehen haben.“
 

Nach den drei Präsentationen, bei denen der Bildanteil deutlich überwog, folgte nun zum Schluss Anja Steinig, Geschäftsleitung und Creative Director bei Studio F, mit einer Präsentation, die nur aus Buchstaben bestand. Sie erklärte uns die wichtigsten Regeln des Schriftsatzes, was bei der Wahl der Schrift beachtet werden muss und wie Mengentext spannend gesetzt wird. 

Auch sie ermutigte, aus den Regeln auszubrechen.

„Alles mal machen, was man nicht darf, vielleicht sieht es ja gut aus.“
 

Nach der Theorie ging es an die Rechner. Unsere Aufgabe war es ein mitgebrachtes Projekt hinsichtlich des Gelernten zu verändern. Währenddessen ging Anja Steinig herum und sprach mit jedem über sein Projekt und gab Tipps.

Und so waren zwei spanndende Tage auch schon wieder vorbei. Ich freue mich, dass ich diese tolle Erfahrung machen konnte und bin voller Motivation, die gewonnenen Eindrücke bei meiner Arbeit umzusetzen – und dabei Regeln zu brechen.


Sie möchten mehr wissen?